Fast Fashion - A Silent Killer

Fast Fashion = schnelle Produktion, rasanter Verkauf in großen Mengen, enormer Preisdruck gegenüber Herstellern, Lieferanten, um den großen Durst der Shoppingwelt zu stillen - at a high cost - für unseren Planeten, unsere Städte unsere Gesellschaft.

Unsere Definition wenn wir bei Nux über Fast Fashion sprechen und hier meinen: Schnell und Kurzlebigkeit' der Mode. Discountpreise der großen Ketten ermöglichen ein Kaufen ohne darüber nachzudenken. Überproduktion als Folge sowie mangelnde Ethik und Qualität in der Herstellung. Fast Fashion ist außerdem der Versuch augenscheinlich hochwertige Designs zu kopieren und auf 'günstige Weise' herzustellen. Am Ende des Tages verursacht dies jedoch andere Kosten, die sich negativ auf unsere Gesellschaft, die Modeindustrie und unsere Umwelt auswirken.

Fast Fashion sorgt nachweislich dafür, dass kleine, unabhängige Geschäfte und Marken, hart um ihre Daseinsberechtigung kämpfen müssen.
Ein weiterer Aspekt der Fast Fashion Auswirkung auf unsere Wirtschaft ist, dass der Konsument schnell zum Kauf bewegt wird und sich keine Gedanken über die Sinnhaftigkeit macht. Das führt dazu, dass man mehr 'billig' einkauft, am Ende des Tages jedoch beinahe genauso viel ausgibt, als würde man nur wenige Teile zu guter Qualität einkaufen. Häufig bleibt als Konsequenz für größere Anschaffungen wie Möbel, E-Geräte, Haushaltsgegenstände dann kaum Geld, bzw. es wird niedriger gewertet.
Fast Fashion ist vor allem eines: schnell. Schnell etwas neues, was den Kunden immer dazu motiviert seinen Kleiderschrank zu füllen, neu zu gestalten. Auf dem Second-Hand-Markt bringen Fast-Fashion-Produkte in der Regel kaum etwas, also freut sich die Alt-Kleidersammlung! Nunja, schaut man sich die Müllberge an, die in den letzten Jahren in den Containern landen, sind diese teilweise nicht mehr zu gebrauchen, und auch dort, es gibt einfach viel zu viel. Die Sintflut von Kleidung hat begonnen.
Auch wenn es auf den ersten Blick günstig erscheint, ist es im Endeffekt eine Investition, die sich läppert, weil, sind wir ehrlich, ein Kleid für 20 Euro, ist doch nicht der Rede wert, oder? Dann kann ich es gleich noch in blau und rot mitnehmen. Also bin ich sehr schnell bei 60 – 100 EUR, ach und weil es so günstig ist, kann ich mehrmals im Monat einkaufen gehen. Hier nochmal 15, dort 30 und es gibt ja auch ständig Season Sale, da bekomme ich dann 10 Teile für 90 EUR. Rechnet man das also hoch auf den Monat und das Jahr verteilt, bin ich locker bei meinen 2.500 – 4.000 Euro im Jahr.
Hier eine erschreckende Bilanz: 60 Kleidungsstücke pro Jahr. 5 davon werden nie getragen.
Wir sortieren ca. 1 Mio. Tonnen pro Jahr aus. Die meisten Kleidungsstücke können nicht verkauft werden, sondern landen auf dem Sondermüll. Giftige Stoffe sorgen dafür, dass diese Fast-Fashion-Artikel nicht recycled werden können, da natürliche Ressourcen mit Chemikalien so eingedampft und getötet werden, dass am Ende überwiegend Chemie an uns kleben bleibt. Der wesentliche Unterschied zwischen Fast Fashion und hochwertiger Kleidung ist jedoch, dass man die Kleidungsstücke mehr schätzt. Wenn ich ein Lieblingsstück, aus gutem Material, und toller Verarbeitung einem Fastfashion Item von der Stange gegenüberstelle, sieht man deutliche Unterschiede in der Verarbeitung der Stoffe, der Sorgfältigkeit der Nähte und der Nachbehandlung durch färben, bleichen etc. Hier gibt es bereits nach der ersten Wäsche enorme Unterschiede. Ganz besonders merkt man die feinen Unterschiede in der 'Verfärbung' über die Zeit oder auch in wie weit das Material Flecken einzieht, die somit schlechter zu entfernen sind. Dies liegt häufig an der Verarbeitung und Herstellung der Materialien und der Einstellungen der Industriemaschinen bei der Produktion. Baumwolle ist nicht gleich Baumwolle. Ein weiterer Aspekt ist sicherlich, dass man hochwertige Kleidung auch häufig sorgfältiger behandelt und somit seltener wäscht. Fast Fashion ist wie Fast Food - schneller, aufblähender Konsum ohne andauernde Wertigkeit.

Warum ist aber Fast Fashion immer noch so lukrativ?
Fast Fashion Einzelhändler sind häufig an Ketten angeschlossen. Diese Ketten werden entweder als Filialkonzept oder Franchise betrieben. Hier geht es darum möglichst große Mengen abzuverkaufen. Wirtschaftlich ist hier ein Laden vor allem, wenn er möglichst viel in der Saison abverkauft hat. Die Überschüssigen Waren gehen meist zum Ende der Saison zurück und werden in großen Mengen verbrannt. Anders als bei eigentümergeführten Geschäften, geht es hier vor allem darum große Mengen (notfalls auch zu überdurchschnittlichen Sales Angeboten: Teil 2 Euro) zu verschleudern.
Eigentümer geführte Läden kaufen jedes Kleidungsstück, somit verfolgen diese Läden ein anderes Ziel und profitieren nicht wie die großen Fast Fashion Händler oder Kaufhäuser von den Reduktionen der Produkte.
Einige Marken, die früher in Concept Stores zu finden waren, werden nun über große Kaufhäuser (e.g. Galeria Karstadt Kaufhof) verkauft, welches viele Eigentümer dazu gebracht hat, diese aus dem Sortiment zu nehmen, da sie dem Preisdruck nicht standhalten konnten und ein anderes Geschäftsmodell im Allgemeinen fahren.

Der Erfolg der einzelnen Handelsketten liegt also weniger im einzigartigen Design noch in der Marketingstrategie, sondern schlicht-und-ergreifende im Management der Lieferketten. Primark produziert zum einen in großen Stückzahlen, zum anderen sehr 'basic' Designs, die schnell Absatz finden. Dadurch kann Primark mehr Kleidungsstücke produzieren und vertreiben. Die Qualitätsansprüche der Kunden sind zudem nicht sehr hoch. So kann das Unternehmen auf Grund seiner Produktionsmethoden und keinerlei Werbeausgaben große Mengen schnell an eine breite Kundengruppe abverkaufen.
Preisleistung ist verhältnismäßig gut, gerade im Bereich der Baumwollware wie Herren T-Shirts & Pullover. Dadurch ist der Primark Kunde sehr vielschichtig, was zu einer schnellen und leichten Expansion und damit einhergehenden Skalierung führt.
Die Kosten, die durch Werbematerial, Verpackungsmaterial, Logistik und kleine Stückzahlen entstehend, spart Primark in der Beschaffung und Vermarktung. Masse statt Klasse ist das Schlagwort in Primark's Geschäftsmodel.
Geschickte Verhandlung und Management der gesamten Supply Chain sind weitere Faktoren, die Primark als Fast Fashion Giganten weiter wachsen lassen.
Die Downsides sind jedoch Überproduktion, Dead Stock und ganze LKW-Ladungen, die alle 60 Sekunden auf der Welt verbrannt werden. Das ist nur jedoch nur die Spitze des Eisbergs, bedenkt man, dass die Herstellung eines dieser Basic T-shirts für 5 EUR zuvor 2500l Trinkwasser bei der Herstellung in Anspruch nahm. Man muss kein Wissenschaftler sein um zu sehen, welche langfristigen Konsequenzen daraus für unseren Planeten entstehen…

Der Verbraucher, also jeder von uns, trägt Verantwortung, für sich, die Umwelt und dafür, dass XYZ. Wie ein Virus breitet sich die schnelle Mode in unseren Städten aus und sorgt dafür, dass wir uns dem Sog hingeben und weniger auf uns achten.
Die Auswirkungen dessen: Unvorstellbar - a 'silent' Killer.

Alternativlos ist fast fashion nicht. Fastfashion ist die Konsequenz einer Gesellschaft, die im Überfluss lebt und in einem Wahn sich ständig neu erfinden zu müssen; Styles, Trends zu kopieren und eine einheitliche ‘Soße’ an Produkten anzubieten.
Durch COVID-19 hat sich einiges in unserem Bewusstsein als Konsumenten verändert und Alternativen werden immer wichtiger. Wir sind es gewohnt nun nicht mehr endlos zu shoppen sondern wollen wieder achtsam sein. Und diese Achtsamkeit und Entschleunigung wird sich hoffentlich weiter verbreiten. Hierfür treten wir zumindest ein.

Ein Film von Livia Firth beschäftigt sich näher damit was dahinter steckt, wenn ein T-Shirt nur 2€ kostet. Zu sehen gibt es den unter:
https://truecostmovie.com/learn-more/human-rights/

 

 


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