Über die Relevanz des längst überfälligen Fashion-Wandels

Wir alle regen uns über Kreuzfahrten und Inlandsflüge auf, doch wusstest Du, dass die Mode-Industrie mehr CO2 ausstößt, als Flüge und Kreuzfahrtschiffe zusammen? Das liegt beispielsweise daran, dass ein Produkt meist mehr als 20.000km zurücklegt, bis es über die Verkaufstheke wandert. Der ökologische Fußabdruck der Fashion-Branche ist somit riesig und schnellstens verringert werden. 

Ebenso gravierend sind die giftigen Chemikalien, die für die Bearbeitung der Materialien genutzt werden. Trotz bestehender Sicherheitsregulierungen gelangen sie ins Grundwasser und werden absichtlich in Flüssen entsorgt. Dies vergiftet die Umwelt nicht nur regional.  Zum Einen verteilen die Wasserbewegungen die Chemikalien über lange Strecken. Zum Anderen nehmen Wasserlebewesen die Chemikalien durch ihre Nahrung auf und wir wiederum essen Fisch und Meeresfrüchte. Abgesehen von den ökologischen Auswirkungen, sind die Giftstoffe auch für den Menschen äußerst gefährlich. Flammschutzmittel und per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen stören höchstwahrscheinlich den Hormonhaushalt und schwächen das Immunsystem. Schwermetalle in Farbstoffen schädigen unser Nervensystem und Phthalate (zum Aufweichen von Kunststoffbeschichtungen eingesetzt) können die Fortpflanzung beeinträchtigen. Von Hautreizungen und allergischen Reaktionen, die durch Chemikalien ausgelöst werden, wollen wir gar nicht erst anfangen. 

Gruselig oder?! Die gute Nachricht: Konsument*Innen sind kaum betroffen. Es wird zwar empfohlen neue Kleidung vor dem ersten Tragen zu waschen, aber nur um allergischen Reaktionen vorzubeugen. 

Doch die Arbeiter*Innen leiden unmittelbar unter den Chemikalien. Sie stehen täglich in Kontakt mit den Giftstoffen und sind meist nur schlecht geschützt. 

Das führt direkt zu dem nächsten großen Kritikpunkt innerhalb der Fashionbranche: Die Arbeitskonditionen. Oftmals wird von sklavenähnlichen Bedingungen in den Fabriken gesprochen. Kinderarbeit und nicht ansatzweise ausreichende Bezahlung stellen hierbei keine Ausnahme dar. Zwar wird solchen Problemen seit Vorfällen, wie dem Fabrikeinsturz in Bangladesch 2013, mehr Aufmerksamkeit gewidmet. Doch die höheren Kosten, die durch Sicherheitsvorkehrungen entstehen, gehen meist auf die Rechnung der Näher*Innen und nicht der Konsument*Innen oder der Unternehmen. 

Dann wäre da noch die Wasserverschwendung. Die benötigte Wassermenge für die Produktion einer Jeans würde 53 Badewannen füllen (8.000 Liter). Ohne die Reinigung zu Hause. In vielen Regionen resultiert daraus bereits eine gewisse Wasserknappheit und Flüsse trocknen aus. Für die Anwohner dieser Regionen bedeutet das einen eingeschränkten Zugang zu Wasser, egal ob für Hygiene oder Ernährung. 

Die Verantwortung will für all diese Probleme keiner übernehmen und Sanktionen werden meist kaum durchgesetzt. 

Weltweite Regulierungen zu erlassen ist äußerst komplex und realistisch betrachtet, quasi unmöglich. Ebenso verhält es sich mit der Kontrolle der gesamten Wertschöpfungskette. Eine tatsächlich nachhaltige und ethisch korrekte Produktion ist für viele Unternehmen aufgrund der Kosten nicht attraktiv. Viele verstecken sich lieber hinter Greenwashing, sogenannten Codes of Conduct und temporären Nachhaltigkeits-Aktionen. Wie Du genauer die Herkunft deiner Produkte checken kannst, zeigen wir dir in einem der nächsten Artikel. Aber zuerst möchten wir dir erklären, was wir bei NUX unter Nachhaltigkeit und ethischer Produktion verstehen: 


Abgesehen von unserem Ziel, die Modewelt mit zeitlosen und qualitativ hochwertigen Designs zu verlangsamen, haben wir hohe Ansprüche an uns und unsere Partner*Innen: 

Wir wissen mit wem wir zusammenarbeiten.  Das bedeutet, die Manufakturen, die wir mit der Produktion deiner Lieblingsteile beauftragen, werden genauestens geprüft. Uns ist es wichtig, dass unsere Partner*Innen die Mitarbeiter*Innen fair, also für den Standard des Landes ausreichend bezahlen. Ausreichend heißt, dass sie Miete zahlen, sich ernähren und Kleidung kaufen, die Kinder zu Schule schicken etc. können. Normal leben also. Wir haben auch vor Ort Mitarbeiter*Innen und Kooperationspartner*Innen, die immer wieder in den Manufakturen vorbeischauen und die Standards überprüfen.

Die Produktion und Materialien sind mehr als nur Top-Qualität. Die in den Manufakturen verarbeiteten Materialien sind meist regional bezogen und werden so wenig wie möglich chemisch behandelt. Das reicht uns im Moment jedoch noch nicht: In Zukunft werden die Materialien ausschließlich mit pflanzlichen Produkten behandelt. Außerdem sind wir dabei die Produktion in europäische Staaten zu verlegen, sodass die Transportwege der fertigen Produkte verkürzt werden. Zusätzlich schauen wir gerade nach veganen Alternativen für Leder. 

Wir sind stets auf der Suche nach innovativen Techniken und Materialien, um den Prozess an sich möglichst umweltfreundlich und effizient zu gestalten. Beispielsweise haben wir eine Kooperation mit einem Unternehmen, die sich um die Resteverwertung kümmern. Sie beschäftigen sich damit, wie man am effizientesten die Textilien nutzt, um möglichst wenig Verschnitt zu verursachen. Das, was sich nicht verhindern lässt, wird dann für kleinere Lederprodukte weiterverwendet. 

Unsere Ansprüche gelten für alle Partner*Innen, nicht nur für die Manufakturen. Auch die Designer*Innen mit denen wir kollaborieren und uns austauschen, teilen stets die selben Werte und Ideale, wie wir. Jeder der in der NUX-Welt einen Platz findet, setzt sich für eine nachhaltigere, faire und länger anhaltende Modewelt ein. 

Bei uns wird auch nichts weggeworfen. Wir kaufen grundsätzlich nur kleine Mengen ein, die wir dann mit Dir zusammen testen. Wenn die Designs dir gefallen, kommen bald mehr Exemplare, aber wir möchten auf keinen Fall einen Warenüberschuss entstehen lassen, den wir nicht bewältigen können. Wir stehen stets gegen Verschwendung und für Exklusivität. Die Produkte, die nicht 100%-ig unseren Ansprüchen entsprechen, da sie eventuell minimale Makel aufweisen, ebenso wie die, Produkte, die nicht zu deinen Lieblingen gehören, werfen wir nicht weg. Wir sind aktuell noch am Lernen und Austesten, somit passiert es, dass tatsächlich Überschüsse entstehen. In diesem Fall greift unser Online-Outlet. Das bedeutet, dass Du temporär begrenzt eine neue Kategorie in unserem Online-Shop findest: Das “Outlet”. Die Intention ist nicht durch Rabatte schnellere Sales zu generieren, sondern der Verschwendung entgegenzuwirken. Wir beteiligen uns nicht an saisonalen Sales, da unsere Produkte nicht saisonal bedingt sind. Es ist uns wichtig der Wertigkeit der Produkte preislich gerecht zu werden und diese Philosophie nach außen zu tragen. 

Und über die Produkte hinaus? Wir pflanzen Bäume! Wir können leider nicht den kompletten CO2-Ausstoß verhindern, auch wenn wir unser Bestes geben. Wir möchten aber dazu beitragen den CO2-Ausstoß auszugleichen. Deswegen pflanzen wir für jedes verkaufte Produkt einen Baum. 


Wir wissen, dass unsere Bemühungen noch nicht ausreichen. Deswegen versprechen wir stetig nach neuen Lösungen und Verbesserungen zu suchen. Außerdem werden wir auch weiterhin komplett transparent bleiben. Auch bei unangenehmen Themen. 

Wir beantworten gerne jede Nachricht und Frage, die Du uns schickst und freuen uns auf Inspiration deinerseits!

Wir halten dich hier und auf unseren Social Media Kanälen auf dem Laufenden, sobald wir neue Materialien oder Techniken integrieren.


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